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29. September 2017

Klimawandel und Bodenverbrauch gefährden die Selbstversorgung Österreichs mit heimischen Lebensmitteln

Dürrekatastrophen, Frost und Überschwemmungen sowie der Verlust von Agrarflächen reduzieren massiv die Erntemengen in Österreich

Wien (Österreichische Hagelversicherung, 29. September 2017): Der Klimawandel ist Realität und die Auswirkungen auf den Agrarsektor und die Gesellschaft per se sind dramatisch. Für die heimischen Bäuerinnen und Bauern bedeutet das ein reduziertes Einkommen, für die österreichische Wirtschaft eine zunehmende Abhängigkeit aus dem Ausland. Der Grund liegt im Import von Lebens- und Futtermitteln, da aufgrund von Missernten, bei gleichzeitig reduzierten Agrarflächen in Folge der fortschreitenden Versiegelung, der heimische Bedarf nicht mehr gedeckt werden kann. Zudem verursachen importierte und weltgereiste Lebensmittel mehr CO2-Emissionen durch die langen Transportwege. Eine Entwicklung und zugleich ein Teufelskreis, wovor Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, schon seit Jahren warnt: „Das heurige Jahr mit dem Spätfrost Ende April, den folgenden Hagel-, Sturm- und Überschwemmungsschäden und der Dürrekatastrophe hat wieder schmerzhaft gezeigt, wie sehr die Landwirtschaft unter der Erderwärmung und den daraus resultierenden Wetterkatastrophen leidet. 250 Millionen Euro Gesamtschaden in der Landwirtschaft, davon alleine 140 Millionen Euro durch die Trockenheit insbesondere im Norden und Osten. Die Konsequenz dieser Wetterkapriolen: Weiter sinkende Eigenversorgung bei Getreide aber auch bei anderen Kulturen. Das belegen auch die Zahlen der Statistik Austria. In nur sechs Jahren ist der Selbstversorgungsgrad beim Getreide auf 88 Prozent gesunken, Tendenz weiter fallend. Wir führen heute bereits doppelt so viel Getreide nach Österreich ein als noch vor 10 Jahren. Beispiel Gemüse: Hier liegt der Selbstversorgungsgrad nur mehr bei erschreckenden 57 Prozent. Das ist die Realität!“.

Chart Selbstversorgungsgrad

Chart Selbstversorgungsgrad

Folgende Gründe führt Weinberger für diese dramatische Entwicklung an: „Erstens hängt der Ertrag und damit auch das Einkommen vom Wetter ab und zweitens führt der fortschreitende Bodenverbrauch zu einer reduzierten Anbaufläche. Beides beschleunigt somit den weiter fallenden Selbstversorgungsgrad mit heimischen Lebensmitteln in Österreich. Wenn wir Tag für Tag wertvolles Agrarland in der Größenordnung von rund 30 Fußballfeldern aus der Produktion nehmen, fehlt es für die Erzeugung von heimischen, regionalen Lebensmitteln. Bereits jetzt fehlen uns 30.000 Tonnen Roggen zur Broterzeugung in Österreich. Daher müssen wir uns dieser Tatsache aus gesellschaftspolitischer, aber auch sicherheitspolitischer Verantwortung stellen, da es die Vorratslager für Notfälle schon lange nicht mehr gibt. Wir machen uns zunehmend vom Ausland abhängig. Das dürfen wir nicht zulassen! Daher mein Appell – gerade jetzt zu Erntedank: Wir müssen mehr Konsumpatriotismus an den Tag legen und uns solidarisch mit unseren Bäuerinnen und Bauern zeigen. Nur Sie produzieren das was wir täglich brauchen, nämlich qualitativ hochwertige Lebensmittel. Aber wir müssen auch beim rasanten Bodenverbrauch ansetzen. Lösungsmöglichkeiten gibt es viele, vom gesetzlichen Schutz qualitativ hochwertiger landwirtschaftlicher Flächen bis hin zu wirtschaftlichen Anreizsystemen für die Revitalisierung der mehr als 40.000 Hektar leerstehenden Immobilien. Sanierung schafft Arbeitsplätze. Ein Beispiel also, wo sich Ökologie und Ökonomie perfekt ergänzen und gleichzeitig unsere Ressourcen geschützt werden. Jetzt ist die Politik am Zug!“

Dürre an Mais

Foto (ÖHV) – Dürre/Mais

Rückfragehinweis:
Dr. Mario Winkler,
Pressesprecher Österreichische Hagelversicherung,
m.winkler@hagel.at,
Tel: 01 403 16 81-42

Zentrale in Wien
01 / 403 16 81 - 0
office@hagel.at

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