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1. August 2007

Zwischenbilanz 2007

Bilanz mit massiven Schäden für die Landwirtschaft durch Hagel und Dürre
- Klimaforscherin Kromp-Kolb: „Jahrhundertsommer“ bald Normalität
- Klimawandel verlangt neue Bewertung der Dürreversicherung in der Landwirtschaft

Wien (Hagelversicherung; 1. August 2007). Bis zum heutigen Tag sind bei der Österreichischen Hagelversicherung 18.699 Hagel- und Dürreschadensmeldungen eingegangen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Verdoppelung dieser Schadensfälle. Allein durch Trockenheit gibt es nach der Jahrhundertdürre 2000 die zweitgrößten Ausfälle und heuer bereits 6.091 Schadensfälle (siehe Chart 1). „Insgesamt sind 135.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen durch diese Wetterextreme bisher betroffen. Das Schadensausmaß in der Landwirtschaft liegt bis heute bereits bei rund 60 Millionen Euro“, stellte der Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung, Dr. Kurt Weinberger, in einer Zwischenbilanz des Jahres 2007 fest.
Erste Schäden schon zu Jahresbeginn
Die ersten Schäden des Jahres 2007 traten bereits im Jänner durch den Sturm Kyrill  bei Glas- und Folienhäusern auf. Hagelunwetter haben beginnend mit Februar in Österreich insbesondere in den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich, Burgenland, Steiermark, Kärnten und Salzburg große Schäden in der Landwirtschaft angerichtet. Betroffen waren Obst, Wein und sämtliche Kulturen im Ackerbau. Außergewöhnlich an den heurigen Hagelunwettern war, dass das erste größere Ereignis bereits am 28. Februar eintrat und dass es im Monat Juni an 19 Tagen irgendwo in Österreich hagelte (vgl. langjähriger Durchschnitt: 14).

Massive Dürreschäden in der Landwirtschaft sind heuer die dramatische Folge des wärmsten Frühjahrs seit Beginn der Aufzeichnungen, des niederschlagsfreien April und der regenarmen ersten Sommerhälfte verbunden mit extrem hohen Temperaturen, insbesondere im Osten und Süden des Bundesgebiets. Seit 2000 ist das Risiko Trockenheit in Österreich – als zweitem Land in der Europäischen Union – versicherbar. Heuer sind von der Dürre bereits 50.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen in Mitleidenschaft gezogen worden. „Nach 8-jähriger Erfahrung zeigt sich, dass die Trockenheit unter den Wetterrisiken die größte Herausforderung für die heimische Landwirtschaft ist. Nach dem regenarmen und extrem heißen Juli erwarten wir in den kommenden Wochen weitere Dürreschäden an den Kulturen Körnermais und Kartoffeln“, analysiert Dr. Weinberger (siehe Chart 2).

Hitzetage nehmen in Österreich zu
Weltweit ist sich die Wissenschaft darüber einig, dass wir uns bereits mitten im Klimawandel (Erderwärmung) befinden. Im südalpinen Raum sowie im Osten Österreichs wird ein Rückgang der Niederschlagsmengen beobachtet. „In Österreich steigt durch den Temperaturanstieg und der damit verbundenen stärkeren Verdunstung, insbesondere bei Ausbleiben von Niederschlägen die Gefahr von Trockenperioden“, betont Österreichs renommierte Klimaforscherin Univ.-Prof.  Dr. Helga Kromp-Kolb. Ihre Modellrechnungen an der Universität für Bodenkultur belegen, dass sich österreichweit die Anzahl der Hitzetage mit über 30°C seit Anfang des vorigen Jahrhunderts verdoppelt hat und in den nächsten drei Jahrzehnten für die Sommerzeit ein Anstieg auf etwa 20 Hitzetage im Osten Österreichs zu erwarten ist (siehe Chart 3). Besonders betroffen ist dabei die Landwirtschaft mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel.

Dürre stellt Landwirtschaft vor neue Probleme
Für die Landwirtschaft bedeutet diese Prognose erhebliche Probleme in Regionen, in denen es bereits jetzt weniger Niederschlag verbunden mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen gibt. Die Prüfung von Standorten für die Eignung bestimmter landwirtschaftlicher Kulturen mit einem hohen Wasserbedarf stellt damit an Landwirte neue Herausforderungen. Ein wärmeres und trockeneres Klima mit einer deutlichen Zunahme von Dürreschäden hat auch Konsequenzen in der versicherungstechnischen Bewertung. Denn Dürre ist  ein Kumulrisiko d.h. bei Eintritt dieses Wetterextremereignisses sind immer große landwirtschaftliche Flächen betroffen. „Mittelfristig werden wir das Risiko Dürre in Österreich neu bewerten müssen. Die bisherige Erfahrung zeigt nämlich, dass insbesondere im Osten Österreichs jedes Jahr Dürreschäden auftreten (siehe Chart 4). Der Klimawandel mit einer Zunahme von Dürre in unserem Land verlangt aus kaufmännischer Sicht die Prüfung, inwieweit die Versicherbarkeit dieses Risikos mittelfristig in der bestehenden Form aufrecht erhalten werden kann.“, erklärt dazu Dr. Weinberger.

Österreichs Landwirte agieren professionell – versicherte Fläche steigt weiter
Die Schadensintensität im heurigen Jahr beweist die Notwendigkeit einer noch umfassenderen Risikovorsorge. Die Zahlen der Österreichischen Hagelversicherung zeigen, dass die Bauern auf das höhere Wetterrisiko professionell reagieren. So stieg in Österreich die versicherte landwirtschaftliche Fläche gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf insgesamt 1.162.379 Hektar.  Damit sind bereits mehr als 80 Prozent der Ackerflächen hagelversichert und 60 Prozent davon mehrgefahrenversichert. Mit der Mehrgefahrenversicherung, die neben Hagel die Risiken Frost, Trockenheit, Überschwemmung, Sturm, Auswuchs, Tierische Schädlinge und Dauerregen bei Ernte abdeckt, hat die Österreichische Hagelversicherung die umfassendste Produktpalette in Europa“, resümiert Dr. Weinberger.


Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Markus Simak, Leitung Kommunikation, Österreichische Hagelversicherung
Tel: 01/ 403 16 81-48 oder 0664 827 20 55, simak@hagel.at


Chart 1
Chart 2
Chart 3
Chart 4


 

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01 / 403 16 81 - 0
office@hagel.at

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