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4. Dezember 2013

Neuer Bodenverbrauchsindex der Hagelversicherung: Österreich geht bald der Ackerboden aus

Bodenverbrauchsindex liegt bei 67,4 % - Ernsthafte Gefährdung der Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln

Wien (Österreichische Hagelversicherung, 4. Dezember 2013): Anlässlich des Weltbodentages am 5. Dezember stellt die Österreichische Hagelversicherung den erstmals berechneten Bodenverbrauchsindex (BVI) für Österreich vor. Dieser gibt die verfügbare Ackerfläche Österreichs pro Kopf im Vergleich zu 1961 an. Während im Jahr 1961 jedem/r ÖsterreicherIn statistisch noch 2.385 m² Ackerfläche (= 100 %) zur Produktion von Lebensmitteln zur Verfügung standen, so waren es im Jahr 2012 nur noch 1.608 m² pro Kopf (= 67,4 %).

Der Bodenverbrauchsindex liegt aktuell bei besorgniserregenden 67,4 %, das heißt die Ackerfläche pro Kopf ist durch Verbauung in den letzten 50 Jahren um 32,6 % zurückgegangen und die produktiven Flächen sind durch die Versiegelung für alle weiteren Generationen aus der Produktion genommen worden. Gerade am Weltbodentag gilt es daher darauf aufmerksam zu machen, dass diese bodenlose Verschwendung auch unsere künftige Nahrungsmittelversorgung gefährdet“, weist Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, auf die bedenkliche Entwicklung hin.

Die um 1/3 geringer gewordene Pro-Kopf-Anbaufläche bedeutet bei steigender Bevölkerung eine ernste Gefährdung der Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln.

2013 wurde schon wieder die fruchtbare Fläche von 339 Bauernhöfen durch Verbauung zerstört

Täglich werden in Österreich 22,4 Hektar Land oder 224.000 m², das entspricht der durchschnittlichen landwirtschaftlichen Fläche eines Bauernhofes, für Straßen, Siedlungen, Shopping Center oder Industriehallen verbaut. Diese Flächen stehen den nachfolgenden Generationen für die Produktion von Lebensmitteln nicht mehr zur Verfügung. „Die durchschnittliche Fläche von 339 Bauernhöfen, das entspricht umgerechnet mehr als 10.000 Fußballfeldern, wurde seit dem ersten Jänner bis zum Weltbodentag in Österreich bereits wieder verbaut. Wenn wir nicht heute durch eine verantwortungsvolle Raumordnung handeln, gehen uns und unseren Kindern die Böden aus“, so Weinberger weiter.

Diese Versiegelung von Agrarflächen hat negative wirtschaftliche, ökologische und klimatische Folgen. Wirtschaftliche Folgen, weil durch die Versiegelung landwirtschaftlicher Nutzflächen die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln nachhaltig gefährdet wird. Ökologische Folgen, weil der Boden als Wasser- und CO2-Speicher entscheidend für eine funktionierende Umwelt ist. Klimatische Folgen, weil der Bodenverbrauch unmittelbaren Einfluss auf den Klimawandel hat. Wenn derart große Flächen des CO2-Speichers „Boden“ versiegelt werden, beschleunigt dies den Klimawandel. Die Österreichische Hagelversicherung als Naturkatastrophenversicherer unterstützt alle Maßnahmen, die auf Bundes- und Länderebene gesetzt werden, um den Bodenverbrauch auf ein Minimum zu reduzieren, weil der Boden ein bedeutender Klimaschutzfaktor ist. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, gibt es hochgerechnet in 166 Jahren keine Agrarflächen mehr in Österreich. Es ist daher erforderlich Bewusstsein dafür zu schaffen, dass der Boden die Basis für das Leben ist. Mit einer bodenschonenden Raum- und Verkehrsplanung im Heute wird das Klima von morgen gemacht und nicht die Zukunft der Kinder verbaut.

Hintergrundinfo zum Weltbodentag:

Der Weltbodentag (engl. World Soil Day) ist ein internationaler Aktionstag am 5. Dezember. Er wurde von der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) im Rahmen ihres 17. Weltkongresses im August 2002 in Bangkok ernannt. Mit ihm soll jährlich ein Zeichen für die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden gesetzt werden.

Chart Bodenverbrauchsindex
Chart: Neuer Bodenverbrauchsindex der Österreichischen Hagelversicherung

Rückfragehinweis:
Dr. Mario Winkler, Pressesprecher, T. 01/403 16 81 –42, m.winkler@hagel.at

Zentrale in Wien
01 / 403 16 81 - 0
office@hagel.at

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Seit 1.1.2017 wurden
m² Agrarfläche in Österreich verbaut.
Das entspricht der landwirtschaftlichen Fläche von
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