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13. September 2005

Wetterextreme 2005 werden zur Norm!

Dr. Kurt Weinberger, Prof. Dr. Wolfgang SeilerWetterextreme 2005 werden zur Norm!

Die Österreichische Hagelversicherung lud den renommierten Klimaforscher und Leiter des Instituts für Meteorologie und Klima-forschung Garmisch-Partenkirchen, Prof. Dr. Wolfgang Seiler, zu einem Pressegespräch nach Wien. Im Fokus standen neben der aktuellen globalen Klimasituation auch Fragen zu den Möglichkeiten einer Trendumkehr beim Klimawandel.
 

Die Veränderung des globalen Klimas ist bereits Realität – darüber ist sich die Wissenschaft im Klaren. 2004 war das viertwärmste Jahr seit es Temperaturaufzeichnungen gibt; neun der letzten zehn Jahre befinden sich unter den zehn wärmsten seit 1861. Wie schon 2004 wird auch das heurige Jahr wieder durch die atmosphärischen Extremereignisse geprägt; die katastrophalen Dürreereignisse in Spanien und Portugal, die Überschwemmungen in New Orleans oder in den Alpen sind dafür ein untrügliches Zeichen.  2005 wird das Jahr in der Geschichte, dass die internationale Versicherungswirtschaft am teuersten kommt. Swiss Re beispielsweise, der weltweit zweitgrößte Rückversicherer, hat schon jetzt höhere Aufwände als im bisherigen Rekordjahr 2004. Dazu Prof. Dr. Seiler: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass Anzahl und Intensität von Unwettern durch die globale Erderwärmung immer weiter zunehmen und neue Maßstäbe setzen werden. Der gegen Klimaänderung anfällige und sensible Agrarsektor etwa muss sich in manchen Regionen auf massive Änderungen einrichten.“

Die Versicherungs- und die Landwirtschaft als Hauptbetroffener des Klimawandels

"Gerade die Österreichische Hagelversicherung ist als Naturkatastrophenversicherer mit dieser dramatischen künftigen Entwicklung direkt konfrontiert", erklärt Dr. Kurt. Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung. Die globale Erderwärmung führt zu einer nachweislichen Zunahme von Wetterextremereignissen in Form von Trockenperioden, Überschwemmung, Hochwasser und Stürmen verbunden mit Hagelunwettern. Die Bauern sind von den zunehmenden Wetterkapriolen zuerst und am stärksten betroffen und erleben die Folgen des Klimawandels Jahr für Jahr hautnah mit. Durch den permanenten Anstieg der Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen hat die Österreichische Hagelversicherung daher ein existenzielles Interesse an Klimaschutzmaßnahmen. Darin liegt auch die Erklärung für ihr konsequentes Engagement in Fragen des Klimaschutzes.


Kyoto Zielerfüllung ist ein Mindestkriterium für ein Einbremsen des Klimawandels

141 Staaten haben sich mit dem Kyoto-Protokoll dazu verpflichtet, Treibhausgase zu reduzieren, wobei die Vorgaben für die teilnehmenden Länder - je nach ihrer wirtschaftlichen Entwicklung – verschieden sind. Der Ausstoß von Kohlendioxid in den größten Industriestaaten etwa soll bis 2012 durchschnittlich um 5,2% gegenüber dem Stand von 1990 gesenkt werden. Die EU hat sich vorgenommen, ihre Emissionen um 8% zu reduzieren. Doch selbst wenn alle Staaten inklusive den USA ihre Kyoto-Ziele erreichen, würde die Erwärmung der Atmosphäre wegen der Trägheit des Klimas in den nächsten 30 Jahren fast ungehindert voranschreiten. „Um den weiteren Klimawandel auf einem noch zu tolerierbaren Wert von +2 °C zu halten, müssten die CO2-Emissionen - bezogen auf das Jahr 1990 - bis Ende des Jahrhunderts weltweit um 50% reduziert werden. Da die Industrienationen nur 25% der Weltbevölkerung ausmachen, aber für 70% der CO2-Emissionen verantwortlich sind, müssen diese – darunter auch Österreich – ihre Emissionen viel drastischer zurückfahren“ erläutert Prof. Dr. Seiler. Die Frage „sind wir noch zu retten“ sei mit einem klaren Ja zu beantworten. Notwendig dafür sei aber zum Beispiel eine Reduktion des Verkehrs, der als Hauptemittent den Klimawandel wesentlich herbeiführt, so das Resümee des renommierten Klimaforschers.

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