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3. Mai 2005

Versicherungen: existenzielles Interesse am Klimaschutz!

Wien (have, 3. Mai 2005) Die Österreichische Hagelversicherung lud den renommierten Klimaforscher und neuen Leiter der GeoRisiko-Forschung der weltweit größten Rückversicherungsgesellschaft der Münchener Rückversicherung, Prof. DDr. Peter Höppe zu einem Pressegespräch nach Wien. Im Fokus standen neben der aktuellen globalen Klimasituation auch die konkreten Auswirkungen des Klimawandels auf die Versicherungswirtschaft.

Die Veränderung des globalen Klimas ist Realität –darüber ist sich die Wissenschaft im Klaren. In den letzten 45 Jahren sind die Schäden um das Dreifache, die Schadenshöhe um das Sechsfache und die versicherten Schäden um das 14-fache gestiegen. 2004 war das viertwärmste Jahr, seit es Temperaturaufzeichnungen gibt; neun der letzten zehn Jahre befinden sich unter den zehn wärmsten seit 1861. Obwohl im letzten Jahr die Tsunami-Tragödie in Südostasien mit mehr als 300.000 Todesopfern an der Spitze der Naturkatastrophen-Statistiken liegt, dominierten 2004 bei der Anzahl der Ereignisse wie auch bei den monetären Schäden die atmosphärischen Extremereignisse. Dazu Prof. DDr. Höppe: „Die - mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Menschen verursachte - globale Erderwärmung führt zu extremen Wetterereignissen, die in den nächsten Jahren zum Normalfall werden können. Durch die Zunahme von Häufigkeit und Schadensausmaß von Naturkatastrophen muss sich die Versicherungswirtschaft im eigenen Interesse maßgeblich an Vorsorgemaßnahmen beteiligen, um die Deckung von Elementarschäden auf Dauer gewährleisten zu können.“

Die Versicherungswirtschaft als Hauptbetroffener des Klimawandels

Auch die Österreichische Hagelversicherung ist als Naturkatastrophenversicherer mit dieser dramatischen Entwicklung direkt konfrontiert. Die globale Erderwärmung führt zu einer nachweislichen Zunahme von Wetterextremereignissen in Form von Trockenperioden, Überschwemmung, Hochwasser und Stürmen verbunden mit Hagelunwettern. „Wir erleben die Folgen des Klimawandels Jahr für Jahr hautnah mit. Unsere Partner – die Bauern mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel –  sind von den zunehmenden Wetterkapriolen zuerst und am stärksten betroffen. Durch den permanenten Anstieg der Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen haben wir daher ein existenzielles Interesse an Klimaschutzmaßnahmen. Dies erklärt auch unser konsequentes Engagement in Fragen des Klimaschutzes“, stellte Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, fest.


Klimaschutz-Initiative der Österreichischen Hagelversicherung:

Einkauf heimischer Lebensmittel mit kurzen Transportwegen schont Klima und schafft Arbeitsplätze

Die Hagelversicherung befasst sich seit Jahren mit dem Thema Klimaschutz. Sie stiftet seit 2001 jährlich einen Klimaschutzpreis für Wissenschaftler und Journalisten.  Außerdem startete sie im vergangenen Jahr eine Werbekampagne mit dem Slogan ‚Halte unser Klima rein, kauf Produkte unsrer Bauern ein. Denn kurze Transportwege sind besser fürs Klima’. Heuer setzt sie diese Kampagne mit dem Slogan ’Ich kaufe Lebensmittel aus Österreich, weil ich für mehr Klimaschutz bin. Und Sie?’ konsequent fort. „Wir schaffen Klimabewusstsein und machen die Verbraucher darauf aufmerksam, dass jeder Einzelne mit dem Kauf heimischer Lebensmittel, die nicht um die halbe Welt gereist sind, einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet“, betonte Dr. Weinberger. Eine von der Österreichischen Hagelversicherung in Auftrag gegebene Studie der Johannes-Kepler-Universität in Linz unterstreicht auch den positiven Effekt verstärkter Nachfrage nach regionalen Produkten auf die österreichische Wirtschaft.
Der Studie zufolge verursachen Lebensmittelimporte nach Österreich jährlich Kosten für den Umwelt- und Klimaschutz in Höhe von rund 100 Mio. Euro. Würden stattdessen 10% mehr heimische Lebensmittel konsumiert und 5% mehr nachwachsende Rohstoffe verbraucht, würde das Bruttoinlandsprodukt um 2,7 Mrd. Euro  steigen und gleichzeitig 23.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Risikovorsorge für Landwirtschaft von immer größerer Bedeutung

Parallel zum wachsenden Wetterrisiko bekommt  eine umfassende und flächendeckende Risikovorsorge immer größere Bedeutung. Dieser wichtige Lösungsansatz wird von der Österreichischen Hagelversicherung bereits seit Jahren praktiziert. Sie bietet im Wege einer Mehrgefahrenversicherung ständig Produktinnovationen an, um für die Bauern die negativen Auswirkungen des Wetters abzufangen. Mit der Mehrgefahrenversicherung, die neben Hagel die Risiken Trockenheit, Frost, Überschwemmung, Sturm, Auswuchs, tierische Schädlinge und Dauerregen bei Ernte abdeckt, nimmt die Österreichische Hagelversicherung in Europa eine führende Rolle ein. „Professionell agierende Landwirte nutzen verstärkt die Möglichkeiten eines umfassenden Versicherungsschutzes gegen alle Arten von Unwettern und betreiben somit aktives Riskmanagement“, erklärte Dr. Weinberger. So sind bereits 80 Prozent der Ackerfläche in Österreich hagel- und 60 Prozent auch umfassend ernteversichert. Und wie die Nachfrage für das Jahr 2005 bereits zeigt, setzt sich dieser Trend, mit einem breiten Versicherungsschutz gegen alle Wetterextreme vorzusorgen, weiter fort.

Besserer Risikoausgleich und mehr Klimaschutz notwendig

Mehr zu versichern, um einen besseren Risikoausgleich zu erhalten und damit die Versicherbarkeit von Wetterereignissen aufrechtzuerhalten, ist nur ein Ansatz, um der Zunahme von Schäden wirksam entgegenzusteuern. Notwendig wird aber künftig eine noch stärkere Aufklärungsarbeit für mehr Klimaschutz sein. Prof. DDr. Höppe begrüßt deshalb die Initiative der Österreichischen Hagelversicherung und unterstreicht: „Die Versicherungswirtschaft kann aktiv zu nachhaltigem Klimaschutz beitragen, indem sie  ihren finanziellen und politischen Einfluss sowie ihre eigenen Umweltschutzpotentiale nutzt, um die Folgen des Klimawandels bestmöglich zu verringern – auch im eigenen Interesse.“ Zusammengefasst hat die Versicherungswirtschaft ein existenzielles Interesse an Maßnahmen  des Klimaschutzes, und hier ist jeder Einzelne gefordert die Ursachen des Klimawandels entsprechend zu reduzieren.

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01 / 403 16 81 - 0
office@hagel.at

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