Skip navigation

21. Juli 2006

Der Klimawandel und seine Folgen

Hitzetage, Trockenperioden, Wetterextreme
____________________________________________

Die globale Erderwärmung führt zu einer Zunahme von Wetterextrem-Ereignissen. Hitzetage und Trockenperioden wechseln mit Starkregen, Überschwemmungen, Hochwasser, Sturm- und Hagelunwettern. Für die nächsten 100 Jahre wird ein Anstieg der Durchschnittstemperatur um 5° Celsius voraus gesagt. Zum Vergleich: in den vergangenen 100 Jahren ist die Durchschnittstemperatur um 1,4° Celsius gestiegen. Der Klimawandel findet bereits statt und kann nur noch gebremst, aber nicht mehr gestoppt werden.

In Österreich rechnen Wetter-Wissenschafter mit einer Zunahme von Hitzetagen: in den nächsten 30 Jahren wird es jährlich 30 Sommertage geben, an denen es mehr als
30° Celsius Temperatur haben wird (das sind so genannte "Hitzetage"). Begleitend dazu kommt es zu längeren Trockenperioden, wo es mindestens 20 Tage keinen Niederschlag geben wird. Die Wahrscheinlichkeit eines Hitzesommers steigt um das 20fache.


Jeder kann etwas für den Klimaschutz tun und
den eigenen Lebensbereich bewusst wahrnehmen

____________________________________________

Landesrat Dr. Josef Stockinger: "Die Zunahme von Wetterkapriolen durch die Klimaveränderung trifft längst nicht mehr die Landwirtschaft alleine – weil sie ihre Werkstatt unter freien Himmel hat –, sondern wirkt sich auf alle Lebensbereiche und Naturkreisläufe aus. Ziel muss sein, mit engagierten Maßnahmen für den Klimaschutz etwas zu bewegen."

Die Klimaschutzpolitik hat einen wesentlichen Stellenwert im Land Oberösterreich. Bereits im Frühjahr 2005 hat die oö. Landesregierung einstimmig einen Klimaschutzpakt beschlossen. Dabei ist die regionale Energieversorgung ein Schlüsselfaktor. Die heimische Land- und Forstwirtschaft steht für die Energiewende bereit. Agrarlandesrat Stockinger: "Die Landwirtschaft in Oberösterreich ist in der Lage, Wärme und Strom, Biogas und Treibstoff zu liefern. Ein nächster Schritt ist die stoffliche Verwertung heimischer Pflanzen für den Ersatz von Erdölchemie."

Neben der Energieversorgung liegt ein großes Klimaschutzpotential im täglichen Einkaufsverhalten. Die bewusste Kaufentscheidung zu Lebensmittel aus der Region stärken nicht nur Landwirtschaft und Arbeitsplätze, sondern sind ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz, weil weite Transportwege eingespart werden können.

8 von 10 Österreichern stehen bereits hinter dem Bewusstsein, dass regional Einkaufen ein Beitrag zum Klimaschutz ist (Quelle: Market Linz, Herbst 2005). Erfolgreiche Initiativen wie das "Genussland Oberösterreich" oder die Klimaschutzkampagne der Österreichischen Hagelversicherung leisten hier wesentliche Bewusstseinsbildung für "klimafreundliche" Lebensmittel.

Landwirtschaft als einzige Branche auf Kyoto-Kurs
____________________________________________

Das die Landwirtschaft die Weichen rechtzeitig gestellt hat, belegt auch die CO2-Bilanz. Als einzige Branche ist die Landwirtschaft in Österreich auf Kyoto-Kurs beim CO2-Ausstoß. Die Landwirtschaft konnte den Anteil der schädlichen Treibhausgase von 1990 von 2003 um 11,3 % verringern. In den Kyoto-Zielen wurde vereinbart, dass zwischen den Jahren 1990 und 2010 der Anteil der schädlichen Treibhausgase um
13 % reduziert werden soll. "Die Landwirtschaft ist mit
minus 11,3 % CO2-Ausstoß somit als einzige Branche klar auf Kyoto-Kurs", betont Agrarlandesrat Stockinger. Zu den größten Umweltsündern gehört der Verkehr, der im Zeitraum 1990 bis 2003 plus 90 % CO2-Ausstoß verzeichnet.


Klimawandel: Landwirtschaft und Versicherungswirtschaft massiv betroffen –
Deutliche Zunahme der Naturkatastrophen
____________________________________________

Der Klimawandel – also die Veränderung des globalen Wetters über einen Mindestzeitraum von 30 Jahren - ist Realität. Darüber ist sich die Wissenschaft einig. "2005 war das Jahr in der Geschichte, das der internationalen Versicherungswirtschaft am teuersten kam", analysiert Generaldirektor Dr. Kurt Weinberger von der Österreichischen Hagelversicherung. Laut Münchener Rückversicherung sind in den vergangenen 45 Jahren die Schäden durch Naturkatastrophen um das Dreifache, die Schadenshöhe um das Achtfache und die versicherten Schäden um das 26-fache gestiegen (siehe
Chart 2). Welche Auswirkungen das Wetter auf die Wirtschaft hat, zeigt sich besonders im Agrarsektor. 80% des landwirtschaftlichen Ertrags hängen vom Wetter ab.

Der Trend der Zunahme von Naturkatastrophen spiegelt sich auch in den Aufzeichnungen der Österreichischen Hagelversicherung wider. Im heurigen Jahr gab es in Oberösterreich mehr als doppelt so viele Schadensmeldungen wie im Vergleichszeitraum 2005 (siehe Chart 3). Zuletzt kam es Anfang Juli 2006 innerhalb einer Woche zu zahlreichen Hagelunwettern, die in diesem kurzen Zeitraum in der oberösterreichischen Landwirtschaft einen Gesamtschaden von mehr als 1 Million Euro verursachten. Neben Hagel waren Oberösterreichs Bauern besonders von Frostschäden betroffen. Der Gesamtschaden durch Frost betrug hier mehr als 4 Millionen Euro.


Österreichs Landwirte sind ausgezeichnete Risikomanager
____________________________________________

Die Zahlen der Österreichischen Hagelversicherung zeigen, dass die Bauern auf das höhere Wetterrisiko professionell reagieren. So sind in Oberösterreich bereits 83 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen hagelversichert und 60 Prozent davon mehrgefahrenversichert. Mit der Mehrgefahren-versicherung, die neben Hagel die Risiken Frost, Trockenheit, Überschwemmung, Sturm, Auswuchs, tierische Schädlinge und Dauerregen bei Ernte abdeckt, hat die Österreichische Hagelversicherung die umfassendste Produktpalette in Europa. In Oberösterreich ist die versicherte landwirtschaftliche Fläche seit 1996 kontinuierlich gewachsen und konnte in der letzten Dekade um 45 Prozent auf insgesamt 254.140 Hektar gesteigert werden (siehe Chart 4). 

Stabile Prämien durch bessere Risikostreuung
____________________________________________

Eine Anhebung der Versicherungsprämien ist bei der Hagelversicherung nicht in Diskussion. Trotz einer deutlichen Zunahme der Wetterextremereignisse bleiben die  Versicherungsprämien stabil. In den vergangenen 10 Jahren verzeichnete man beim Agrarversicherer sogar eine durchschnittliche Prämienreduktion um 1 Prozent pro Jahr. „Ermöglicht wurden diese Senkungen durch unsere Strategie der Risikostreuung d.h. über den Weg der Mehrgefahrenversicherung mehr landwirtschaftliche Flächen zu versichern. Im Rahmen des freien Dienstleistungsverkehrs erweiterten wir diese Risikogemeinschaft heuer auch auf Tschechien. So führt Wachstum zu einer noch besseren Risikostreuung, womit stabile Prämien trotz Zunahme des Wetterrisikos gewährleistet sind.“, erläutert Dr. Kurt Weinberger, Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung.

Dramatische Temperaturveränderung

Anzahl Wetterkatastrophen

Schadensfälle Oberösterreich

Versicherte Fläche

Zentrale in Wien
01 / 403 16 81 - 0
office@hagel.at

Schadensmeldung
Onlineformular
Stimmen zur Hagel
Mein HAGEL-Login
& Wetterservice
Hilfe | Kennwort vergessen?
Hagel
APP
Hagel
Videos
Seit 1.1.2017 wurden
m² Agrarfläche in Österreich verbaut.
Das entspricht der landwirtschaftlichen Fläche von
Bauernhöfen.
Schützen wir das Land,
von dem wir leben!