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2. Oktober 2013

US-Experte: Klimawandel erfordert noch umfassenderen Versicherungsschutz in der Landwirtschaft

Wien (Österreichische Hagelversicherung, 2. Oktober 2013): Anlässlich des 32. Internationalen Agrarversicherungskongresses in Wien zeigte Dr. Thomas P. Zacharias, Präsident der „National Crop Insurance Services (NCIS)“, im Rahmen einer Pressekonferenz auf, wie landwirtschaftliche Einkommen in den USA umfassend abgesichert werden. „Angesichts des Klimawandels mit einer starken Zunahme an Wetterextremereignissen sowie der immer volatileren Agrarpreise wird ein breiter Versicherungsschutz für die Landwirtschaft immer wichtiger“, ist Zacharias überzeugt und führt als Beispiel an, dass Amerika im vergangenen Jahr die schlimmste Dürrekatastrophe seit 50 Jahren erlebt hat.

USA: Ernte- und Einkommensversicherung unverzichtbar

In den USA übernimmt der Staat für umfassende Ernteversicherungen mehr als die Hälfte der Prämie, in manchen Versicherungsvarianten kommt der Staat sogar für die gesamte Prämie sowie die kompletten Verwaltungskosten der Versicherer auf. Darüber hinaus gibt der Staat eine Rückversicherungshaftung für extreme Schadensfälle sowie für Risiken in Gebieten mit hoher Schadensanfälligkeit. Mit diesem beispielhaften private-public-partnership Versicherungsmodell soll erreicht werden, dass die Betriebe einerseits gegen Naturgefahren abgesichert sind, andererseits sollen für eine optimale Unternehmensplanung die produzierten Kulturen, die über die Börsen vermarktet werden, zu planbaren Preisen verkauft werden können. „Die staatlichen Versicherungsprogramme teilen sich in zwei Gruppen: Absicherung des Mengenertrages und Absicherung des Einkommens. 75 Prozent aller versicherten Landwirte in den USA haben sich für die Einkommensversicherungsvariante entschieden. Im Falle von sinkenden Preisen erhalten sie eine Entschädigung. Ernte- und Einkommensversicherungen sind in den USA angesichts des Klimawandels und der stark schwankenden Agrarpreise nicht mehr wegzudenken. Sie können keine Naturkatastrophen und extreme Preisschwankungen verhindern, aber sie verhelfen den Landwirten jedenfalls zu mehr Stabilität in der Betriebsführung“, so Zacharias. Agrarversicherungen haben in den USA eine hohe Bedeutung.

Internationaler Trend zu Ernte- und Einkommensversicherung

„Angesichts des steigenden Wetterrisikos werden künftig erweiterte Agrarversicherungssysteme notwendig sein, um auf Dauer einen stabilen Agrarsektor garantieren zu können. International gibt es einen deutlichen Trend zu einem noch umfassenderen Risikomanagement. Wie das Beispiel USA zeigt, wird dort sogar mehr als die Hälfte des Agrarbudgets für ein Einkommens-Absicherungs-System aufgewendet. Der weltweite Ernteversicherungsmarkt liegt bei über 23 Milliarden US $“, erklärt Dr. Kurt Weinberger, Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung. Weinberger fungiert seit zwei Jahren als Präsident der AIAG und wurde bei der gestrigen Generalversammlung der weltweiten Vereinigung der Agrarversicherer für weitere zwei Jahre als Präsident gewählt.

Österreich: umfassendeste Produktpalette Europas

In Österreich hat die Hagelversicherung bereits vor 15 Jahren begonnen, den Versicherungsschutz konsequent auszubauen. Neben Hagel werden mittlerweile zehn weitere Risiken wie z. B. Trockenheit, Sturm, Überschwemmung und Frost in Deckung genommen. Damit bietet der Spezialversicherer die umfassendste Risikopalette aller Ernteversicherer Europas an. Das österreichische Agrarversicherungssystem basiert zum Teil auf einem Private-Public-Partnership (PPP) Modell. So werden die Versicherungsprämien der Landwirte für die Risiken Hagel und Frost mit je 25 % durch den Bund und die einzelnen Bundesländer gefördert. „Das heuer so vielfältige Schadensjahr mit sehr frühzeitigem Hagel und den darauf folgenden Überschwemmungs- und Dürreschäden hat die Notwendigkeit einer umfassenden Absicherung deutlich gemacht. Wir müssen uns aber bewusst sein, dass eine Ausweitung in Form einer Einkommensversicherung nach amerikanischem Vorbild zwei Kriterien erfüllen muss: zum einen eine exakte Erntemengenaufzeichnung und zum anderen einen routinierten Umgang mit der Börsenpreisbildung“, so Weinberger abschließend.

v.l.n.r: Dr. Thomas P. Zacharias (NCIS), Generaldirektor Dr. Kurt Weinberger (Hagelversicherung)

v.l.n.r: Dr. Thomas P. Zacharias (NCIS), Generaldirektor Dr. Kurt Weinberger (Hagelversicherung)

Nationale Crop Insurance Services

Die NCIS ist die Interessensvertretung der US-Ernteversicherer. Aktuell bieten 16 NCIS-Mitgliedsunternehmen, in Partnerschaft mit der Regierung, ein komplexes Risikomanagement-Sicherheitsnetz für jeden Produzenten in Amerika an: das geht von der reinen Hagelversicherung für landwirtschaftliche Kulturen, über die sogenannte Mehrgefahrenversicherung und staatlich geförderte Risikomanagementprogramme, bis zu auf privater Basis entwickelten Versicherungslösungen. Mehr als eine Million Verträge wurden im Jahr 2012 geschrieben. Weitere Informationen: www.ag-risk.org/

Rückfragehinweis:

Österreichische Hagelversicherung, Dr. Mario Winkler, Leitung Kommunikation,
T. +43 1 403 16 81-42, m.winkler@hagel.at

Zentrale in Wien
01 / 403 16 81 - 0
office@hagel.at

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