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5. Juli 2017

Pressekonferenz in Neusiedl am See: Lebensgrundlage Boden

Für Agrarlandesrätin Verena Dunst stehen der schonende Umgang und die kluge Nutzung dieser nicht endlos vorhandenen Ressource im Vordergrund

Österreich verbaut jährlich 0,5 Prozent seiner Fläche für neue Einkaufszentren, Industriegebiete und Wohnflächen. Was dabei ein noch viel größeres Problem darstellt, ist die tägliche Neuverbauung von rund 20 Hektar an Äckern und Wiesen während der letzten Jahre, was einer Fläche von etwa 30 Fußballfeldern gleichkommt. Flächen, die für die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung nicht mehr zur Verfügung stehen. Dem gegenüber stehen laut Erhebungen des Umweltbundesamtes 40.000 Hektar leerstehende Industrie-, Gewerbe- und Wohnimmobilien. „Wir müssen in der Verantwortung gegenüber nachkommenden Generationen mit unseren Böden wesentlich sorgsamer umgehen. Ein nachhaltiges, strategisches Flächenmanagement ist deshalb für die Erhaltung der Bodenleistungen hinkünftig unerlässlich, denn durch das Verbauen von wertvollem Acker- und Grünland für Verkehrs-, Industrie- und Siedlungszwecke gehen wichtige Bodenfunktionen verloren. Hochwertige Böden stehen als wertvolle Naturräume sowie für die landwirtschaftliche Nutzung und damit für die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel aus regionaler Herkunft nicht mehr zur Verfügung. Die Nutzung von brachliegenden Industrie- und Gewerbeflächen sowie von ungenutzten Wohnflächen im Dorf oder in der Stadt muss deshalb Vorrang vor Ansiedelungen auf der grünen Wiese haben“, so Agrarlandesrätin Verena Dunst gegenüber MedienvertreterInnen in Neusiedl am See im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit KommR Dir. Dr. Alfred Kollar, Obmann des Vorstandes der OSG, Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender Österreichische Hagelversicherung, und Vizebürgermeisterin Elisabeth Böhm.

Pressekonferenz Lebensgrundlage Boden Gruppenfoto

Für Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender Österreichische Hagelversicherung, Agrarlandesrätin Verena Dunst und KommR Dir. Dr. Alfred Kollar, Obmann des Vorstandes der OSG, stehen der schonende Umgang und die kluge Nutzung der nicht endlos vorhandenen Ressource „Boden“ im Vordergrund

Ein Österreichweites Best Practice Beispiel, dass diesen Weg – Bauen in gewachsenen Strukturen, mit vorhandener Infrastruktur, auf ehemaligen Gewerbe- und/oder Industrieflächen – bereits vor Jahren eingeschlagen hat und der mittlerweile zur Strategie wurde, ist die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG). So entsteht derzeit beispielsweise in Bruckneudorf mit 102 Wohnungen die größte Wohnanlage, die die OSG jemals als Einzelbauvorhaben errichtet hat. Gebaut wird im Zentrum des Ortes, auf dem Areal einer ehemaligen Autowerkstätte. Aufgrund der außergewöhnlich guten Nachfrage wurde nun im unmittelbaren Nahbereich ein ehemaliges Fabrikgelände mit einer Größe von mehr als 41.000 m2 gekauft, auf dem die Errichtung von weiteren Wohnungen, von Reihenhäusern und auch von Gewerbeflächen angedacht ist. Dazu KommR Dr. Alfred Kollar, Obmann OSG: „Auch der Ort der heutigen Pressekonferenz – das neue OSG-Büro in Neusiedl am See, inmitten einer großen Wohnanlage – befindet sich auf einem Grundstück, das ehemals als Fabrik, nämlich als Konservenfabrik, genutzt wurde. Eine Vielzahl von in den letzten Jahren derart entstandenen, entwickelten oder in der Projektphase befindlichen Bauvorhaben unterliegt dieser Firmenphilosophie.“

Laut einer von der Österreichischen Hagelversicherung beim Institut für Höhere Studien und wissenschaftliche Forschung Wien beauftragten Studie ist es unter anderem notwendig, einen wirtschaftlichen Anreiz zur Revitalisierung von Brachflächen zu schaffen. Das sichert den Erhalt von Wiesen und Äckern für die Nahrungsmittelproduktion und hilft, die Schönheit der Landschaft in Österreich zu bewahren. „Die Verbauung hat äußerst weitreichende negative Folgen für Österreichs Volkswirtschaft. Da versiegelte Böden weder CO2 noch Wasser speichern können, steigen die Schäden durch Dürre und Überschwemmungen an. Andererseits sind durch den Verlust von landwirtschaftlichen Böden – bei anhaltender Entwicklung gibt es in 200 Jahren keine Agrarflächen mehr – sowohl die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln, als auch 500.000 Arbeitsplätze entlang der agrarischen Wertschöpfungskette in Gefahr“, so Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender Österreichische Hagelversicherung, zu den Folgen der rasanten Bodenverbauung.

Quelle: http://ccm-tv.at (abgerufen am 5. Juli 2017)
Zentrale in Wien
01 / 403 16 81 - 0
office@hagel.at

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Seit 1.1.2017 wurden
m² Agrarfläche in Österreich verbaut.
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von dem wir leben!