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31. Juli 2015

Faktum Klimawandel bedroht zunehmend Österreichs Landwirtschaft

Wärmster Juli in Österreich seit Messbeginn 1767 lässt massive Dürreschäden in der Landwirtschaft erwarten.

Wien (Österreichische Hagelversicherung, 31. Juli 2015): Starkniederschläge, Hagel, Dürre und Sturmschäden - die Wetterextreme und die damit verbundenen Schäden nehmen in der Landwirtschaft zu und sind schon heute beträchtlich. „Mehr als 30 Millionen Euro Schaden in der Landwirtschaft durch die schweren Hagelereignisse bis Ende Juli zeigen, wie verletzbar die Landwirtschaft ist“, so Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung und verweist als Ernteversicherer zugleich auf die derzeitige dramatische Dürresituation in weiten Teilen Österreichs: „Auch der Regen der vergangenen Tage kann die bereits eingetretenen Schäden durch die Hitze und die ausbleibenden Niederschläge bei den Ackerkulturen, insbesondere Mais, Kürbis und Kartoffel, nicht wettmachen. Wir rechnen aus heutiger Sicht mit rund 100 Millionen Euro Dürreschäden in der Landwirtschaft. Derartige Wetterextreme sind mittlerweile keine Ausreißer und keine Jahrhundertereignisse mehr. Im Gegenteil: Schweregrad und Intensität solcher Naturkatstrophen nehmen zu.“ Die standortgebundene Landwirtschaft mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel ist somit wie kaum eine andere Berufsgruppe dem Klima und Wetter bedingungslos ausgesetzt. Sie ist damit Klimaopfer Nummer 1. Dabei ist gerade die Landwirtschaft der wichtigste Sektor innerhalb der Volkswirtschaft. Nur sie produziert das, was wir täglich brauchen - nämlich qualitativ hochwertige Lebensmittel. Dabei ist die Produktion permanent vom Wetter abhängig.

Landwirtschaft ist Klimaopfer Nummer 1 und zugleich bester Klimaschützer Österreichs

Gerade der Agrarsektor ist aber gleichzeitig ein wichtiger Akteur beim Kampf gegen den Treibhauseffekt und damit gegen den Klimawandel. „Als einziger Sektor ist die Landwirtschaft bei der Reduktion der klimaschädigenden Emissionen auf Kyoto-Kurs. So konnte die Landwirtschaft im Zeitraum 1990 bis 2013 die Treibhausgasemissionen durch umweltgerechte Bewirtschaftung um 17 Prozent reduzieren, während es im Verkehrsbereich eine Steigerung um 61 Prozent gegeben hat. Ein klareres Bekenntnis zum öffentlichen Verkehr würde auch helfen die Treibhausgasemissionen zu reduzieren“, so Kurt Weinberger.

Verbauung leistet Beitrag zum Klimawandel

Böden speichern Wasser und binden CO2. Nicht zubetonierte Böden tragen somit zum Klimaschutz bei. Wenn man bedenkt, dass täglich rund 20 Hektar der natürlichen Ressource „Boden“ durch Verbauung zerstört werden, kann CO2 nicht mehr in dem erforderlichen Ausmaß gespeichert werden. Die Erderwärmung wird somit beschleunigt. Zusätzlich wird bei vermehrt auftretenden Starkniederschlägen weniger Wasser aufgenommen und die Schäden bei Überschwemmungen steigen. Umso wichtiger ist es daher, wertvollen landwirtschaftlichen Boden nicht durch Verbauung der Bewirtschaftung zu entziehen und damit einerseits die Lebensmittelversorgung zu gefährden und andererseits den Klimawandel zu beschleunigen. „Der Schutz landwirtschaftlicher Flächen vor weiterer Verbauung ist daher ein Gebot der Stunde im Hinblick auf die Zunahme von Unwetterschäden“, so Weinberger abschließend.

Bisheriges Fazit für 2015

Weltweit war das erste Halbjahr 2015 das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. In Österreich war der Juli 2015 laut ZAMG der wärmste Juli seit Messbeginn im Jahr 1767. Die Anzahl der Hitzetage mit 30 °C und mehr, nämlich 24 Tage (!), liegt heuer in Wien - Hohe Warte - bereits deutlich über den Werten eines gesamten durchschnittlichen Jahres mit 15,3 Tagen. Die nächste Hitzewelle steht bevor und lässt somit weitere Rekorde zu. Während bei diesen Fakten die Tourismusbranche jubelt, leidet also die Landwirtschaft weiter.

Die Österreichische Hagelversicherung

Die Österreichische Hagelversicherung wurde 1947 von der Österreichischen Versicherungswirtschaft gegründet und versichert heute als Spezialversicherer der Landwirtschaft neben Hagel auch Dürre, Sturm, Hochwasser und viele weitere Risiken. Damit bietet sie die umfassendste Produktpalette Europas an. Das Unternehmen hat auch jeweils eine Niederlassung in Tschechien, der Slowakei und Slowenien und ist im Dienstleistungsverkehr in Ungarn und Rumänien tätig.

Chart Treibhausgasemissionen

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Chart Sommer werden immer heißer

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Chart Niederschlagsdefizit

Chart Niederschlagsdefizit

Rückfragehinweis: Dr. Mario Winkler, Pressesprecher, 01/403 16 81-42

Zentrale in Wien
01 / 403 16 81 - 0
office@hagel.at

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