30. Januar 2026

Interview mit Ann-Cathrin Feith, Gründerin von „Reit mit! – Gemeinsam fürs Pferd“

Reit- und Pflegebeteiligung – worauf es wirklich ankommt

Ann-Cathrin Feith gründete eine Plattform für Reit- und Pflegebeteiligungen, die Menschen mit dem Interesse am Pferdewohl zusammenbringt. Frau Feith erzählt uns viele Fakten über Reit- und Pflegebeteiligungen und was für Pferdebesitzer dabei besonders wichtig ist.

Frau Feith, Reit- und Pflegebeteiligungen sind in den letzten Jahren deutlich präsenter geworden. Woran liegt das aus Ihrer Sicht?

Ann-Cathrin Feith: Viele Menschen wünschen sich eine regelmäßige Beziehung zu einem Pferd, ohne selbst eines zu besitzen. Gleichzeitig suchen Pferdebesitzer:innen Unterstützung im Alltag. Reit- und Pflegebeteiligungen sind deshalb ein sehr zeitgemäßes Modell: Sie ermöglichen Verlässlichkeit, entlasten im Stall-Alltag und geben dem Pferd mehr Zuwendung – vorausgesetzt, sie sind gut organisiert.

Sie haben mit „Reit mit!“ eine eigene Plattform für Reit- und Pflegebeteiligungen aufgebaut. Wie ist es dazu gekommen?

Ann-Cathrin Feith: Die Idee ist aus der Praxis entstanden. Ich selbst bin seit vielen Jahren im Pferdebereich aktiv und habe erlebt, wie schwierig es sein kann, eine passende Beteiligung zu finden – auf beiden Seiten. Oft fehlte ein strukturierter, wertschätzender Rahmen. Reit mit! soll genau das bieten: eine Plattform, die Menschen zusammenbringt, die Verantwortung ernst nehmen und das Wohl des Pferdes in den Mittelpunkt stellen.

Wen erreichen Sie mit Ihrer Plattform?

Ann-Cathrin Feith: Vor allem Freizeitpferdebesitzer:innen und Reiter:innen aus ganz Österreich. Viele unserer Nutzer:innen sind in einer ähnlichen Lebenssituation: Sie lieben Pferde, haben aber begrenzte Zeit oder Ressourcen. Die Community ist sehr engagiert, stellt viele Fragen und tauscht sich intensiv über Erfahrungen, Herausforderungen und gute Lösungen im Beteiligungsalltag aus.

Welche Themen kommen in Ihrer Community besonders häufig auf?

Ann-Cathrin Feith: Neben der Suche nach passenden Beteiligungen geht es sehr oft um Organisation und Verantwortung im Alltag: klare Absprachen, Verlässlichkeit, Umgang mit Krankheit oder Ausfällen – und auch darum, wie man sich auf unerwartete Situationen vorbereitet. Genau hier zeigt sich, wie wichtig es ist, nicht nur an den Alltag, sondern auch an den Ernstfall zu denken.

Was unterscheidet eine Reit- von einer Pflegebeteiligung?

Ann-Cathrin Feith: Bei einer Reitbeteiligung steht das Reiten im Vordergrund, meist ergänzt durch Pflege- und Stallaufgaben. Eine Pflegebeteiligung konzentriert sich stärker auf Bodenarbeit, Spazierengehen oder einfach Zeit mit dem Pferd – oft bei Jungpferden, Reha- oder älteren Pferden. Beide Modelle können sehr gut funktionieren, wenn Erwartungen und Aufgaben klar definiert sind.

Ann-Cathrin Feith schafft mit ihrer Plattform "Reit mit!" einen Treffpunkt für Pferde-Liebhaber im Rahmen von Reit- und Pflegebeteiligungen. (Bild: Ann-Cathrin Feith)

Ann-Cathrin Feith schafft mit ihrer Plattform „Reit mit!“ einen Treffpunkt für Pferde-Liebhaber im Rahmen von Reit- und Pflegebeteiligungen. (Bild: Ann-Cathrin Feith)

Welche Stolpersteine erleben Sie besonders häufig?

Ann-Cathrin Feith: Unklare Vorstellungen. Wenn nicht klar geregelt ist, wie oft jemand kommt, wer im Krankheitsfall entscheidet oder wie mit Tierarztbesuchen umgegangen wird, entstehen Spannungen. Eine Beteiligung ist keine lose Vereinbarung, sondern eine Partnerschaft rund ums Pferd – das sollte allen bewusst sein.

Welche Rolle spielt aus Ihrer Sicht die Absicherung des Pferdes?

Ann-Cathrin Feith: Eine sehr zentrale. Auch wenn sich durch eine Beteiligung nichts an den Eigentumsverhältnissen ändert, steigt oft die Nutzung des Pferdes im Alltag. Krankheit oder ein Unfall können jederzeit passieren – und gerade bei Freizeitpferden werden die möglichen Kosten oft unterschätzt. Eine gute Absicherung des Pferdes schafft hier Sicherheit und entlastet in emotional schwierigen Situationen zumindest finanziell.

Worauf sollten Pferdebesitzer:innen besonders achten?

Ann-Cathrin Feith: Wichtig ist, sich frühzeitig mit Fragen zu beschäftigen wie:

  • Wie sind Tierarzt- und Behandlungskosten geregelt?
  • Was passiert bei längerer Krankheit oder im schlimmsten Fall beim Verlust des Pferdes?
  • Sind alle Beteiligten über Abläufe informiert?

Eine passende Kranken- oder Lebensversicherung für das Pferd kann hier viel Druck aus der Situation nehmen.

Ihr persönliches Fazit zu Reit- und Pflegebeteiligungen?

Ann-Cathrin Feith: Sie sind eine große Chance – für Menschen und vor allem für Pferde. Wenn Kommunikation, klare Regeln und Vorsorge zusammenspielen, entstehen stabile, langfristige Lösungen. Genau dafür setzen wir uns mit „Reit mit!“ ein: für mehr Bewusstsein, Verantwortung und gegenseitiges Vertrauen im Pferdealltag.

Schauen Sie doch gerne auf der Plattform „Reit mit!“ vorbei. Dort finden Sie viele weitere Informationen zum Thema Reit- und Pflegebeteiligung und können sich mit der Community vernetzen.

Über Reit mit!

Reit mit! – Gemeinsam fürs Pferd ist eine österreichweite Plattform zur Vermittlung von Reit- und Pflegebeteiligungen. Sie richtet sich an Pferdebesitzer:innen und Reiter:innen, die verantwortungsvolle, langfristige Beteiligungen suchen oder anbieten möchten.
Neben der Vermittlung legt Reit mit! großen Wert auf Aufklärung, Erfahrungsaustausch und praxisnahe Informationen rund um den Alltag mit Beteiligungen. Eine aktive Community begleitet den Austausch – online wie offline.

Lesen Sie weitere spannende Beiträge rund um das Pferd in unserem Blog. Haben Sie auch Interesse an einer Lebens- oder Krankenversicherung der Österreichischen Hagelversicherung für Ihr Pferd, dann informieren Sie sich hier.

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