Selbstgemachte Leckerlis
Industrielle Leckerlis enthalten oft hohe Mengen Zucker, Konservierungsstoffe und zugesetzte Mineralstoffe, die bei einer Überfütterung zu Problemen führen können. Oftmals leidet der Verdauungstrakt unter der Gabe von stärke- und zuckerreichen Leckerlis. Schlimmstenfalls können Koliken und Stoffwechselerkrankungen auftreten. Daher kann es sinnvoll sein, Pferdeleckerlis selbst herzustellen. So bestimmen Sie selbst, welche Inhaltsstoffe Sie verwenden und was Sie Ihrem Pferd füttern.
Das Grundrezept
Als Basis können Sie einen Teig aus Haferflocken, Obst, Gemüse und einer Flüssigkeit herstellen. Die Haferflocken dienen als Energielieferant und sind reich an Ballaststoffen. Das Obst und Gemüse liefert Vitamine und dient als Geschmackslieferant:
- 500 g Haferflocken
- 2-3 Stück Obst (Äpfel)
- 1-2 Stück Gemüse (Karotten, Rote Beete, Gurke)
- Flüssigkeit nach Bedarf (Wasser, Karottensaft, Rote-Beete-Saft)
- Optional: 1 Teelöffel Honig (natürliche Süße und antibakterielle Eigenschaften)
Pürieren oder reiben Sie das Obst und Gemüse. Vermengen Sie die Zutaten zu einem formbaren Teig (eventuell unter Zugabe von Flüssigkeit) und rollen Sie kleine Kugeln, Taler oder Stangen. Backen Sie den Teig nun bei geringer Hitze (120-150 °C Ober-/Unterhitze oder 100-130 °C Umluft) 20-30 Minuten. Nehmen Sie eine Stäbchenprobe vor, um zu testen, ob der Teig vollständig durchgebacken ist. Nehmen Sie die Leckerlis aus dem Ofen und lassen diese trocknen und auskühlen. Verwahren Sie sie anschließend in einem luftdichten Behälter. Die Leckerlis sind nun mindestens 1-2 Wochen haltbar.
Das Rezept kann nach Belieben abgewandelt werden. Sie können anstatt der Haferflocken auch Kleie, Leinsamen oder Hirse verwenden. Beim Obst und Gemüse können Sie sich den Vorlieben Ihres Pferds anpassen.
Vor- und Nachteile der selbstgemachten Leckerbissen
Vorteile:
Für die eigene Herstellung von Pferdeleckerlis spricht, dass Sie die volle Kontrolle über die Bestandteile und Inhaltsstoffe haben. So wissen Sie, dass Ihr Pferd nur das Beste bekommt.
Außerdem können Sie die Leckerbissen an die Bedürfnisse Ihres Pferds anpassen, wenn es beispielsweise Allergien oder Unverträglichkeiten hat. Für Pferde, die aufgrund von Stoffwechselerkrankungen (z.B. Cushing, EMS) nur sehr geringe Mengen Obst und Gemüse verzehren dürfen, eignen sich die selbstgemachten Leckerlis ebenfalls. Außerdem verderben die Leckerlis nicht so schnell, wie frisches Saftfutter. Ein weiterer Vorteil ist der Preis, da die Grundzutaten wie Haferflocken, Äpfel und Karotten günstig zu beziehen sind.

Bei selbstgemachten Leckerlis kennen Sie die genauen Inhaltsstoffe.
Nachteile:
Ohne Konservierungsstoffe sind die selbstgemachten Leckerlis nicht so lange haltbar, wie industriell gefertigte. Achten Sie auf einen zügigen Verbrauch und kontrollieren Sie vor dem Verfüttern, ob die Leckerlis gut riechen und frei von Schimmel sind. Die Herstellung des Teigs und das Backen ist aufwändig und kostet Zeit.
Auch wenn die Leckerbissen selbst gemacht sind, sollten Sie nicht zu viel davon verfüttern. Sie sollen lediglich eine Ergänzung zum normalen Futter sein und als Belohnung verwendet werden.
Selbstgemachte Pferdeleckerlis sind eine sinnvolle Alternative zu industriellen Produkten – vorausgesetzt, sie werden mit Bedacht hergestellt und in Maßen gefüttert. Wer sich die Zeit nimmt, kann gesunde und schmackhafte Belohnungen herstellen, die genau zu den Bedürfnissen des eigenen Pferds passen.
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*Dieser Beitrag enthält ausschließlich allgemeine Informationen und bietet keine spezifische tierärztliche Beratung, weshalb er nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Behandlung von Krankheiten verwendet werden darf. Der Beitrag erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der Information garantiert werden. Der Verfasser schließt jegliche Haftung in diesem Zusammenhang aus. Bei medizinischen Anliegen zu Ihrem Pferd und im Ernstfall sollten Pferdebesitzer stets den Rat ihres Tierarzts einholen.
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