Präzisionslandwirtschaft mit

AgraSat

AgraSat ist eine punktgenaue Einstiegslösung in die Präzisionslandwirtschaft und steht allen Kunden der Österreichischen Hagelversicherung kostenlos zur Verfügung. Als Managementtool über unser Portal, hat es sich bereits für viele Landwirte bewährt. Neu ist die Möglichkeit dieses auch mobil am Traktor über die AgraSat-App zu nutzen.

Während der Feldüberfahrt mit dem Traktor wird der NDVI (Normalized difference vegetation index) auf jedem 10x10m-Block angezeigt. Daraus ableitend werden Arbeitshinweise ausgegeben, ob beispielsweise mehr oder weniger gedüngt werden sollte.
Zur leichteren Orientierung sind alle versicherten Felder eingezeichnet.

Das Login in die APP erfolgt mit denselben Userdaten, die auch im Portal der Österreichischen Hagelversicherung verwendet werden.

Was ist NDVI?

Wie Satellitenaufnahmen helfen, Pflanzenprobleme früher zu sehen

Einfach ausgedrückt ist der NDVI ein Indikator für den Gesundheitszustand einer Pflanze. Gemessen wird das Chlorophyll (Blattgrün), welches die Vitalität der Pflanze anzeigt. Ist der Boden nicht gänzlich mit grünen Pflanzen bedeckt, ist der NDVI auch ein Indikator für den Grad der Bodenbedeckung.

Für das menschliche Auge erscheint eine Pflanze grün, weil das Chlorophyllpigment grüne Wellen reflektiert. Ähnlich einem Spiegel der Sonnenlicht reflektiert. Chlorophyll absorbiert rote Wellen und die Photosynthese findet statt. Mit anderen Worten, eine Pflanze wächst und entwickelt sich.
Die Sonne strahlt nicht nur grüne und rote Wellen, sondern auch Infrarotlicht auf die Erde. Dieses nahe Infrarot (NIR) wird vom Chlorophyll – ähnlich wie die grünen Wellen – reflektiert.
So absorbiert eine gesunde Pflanze mit viel Chlorophyll und guter Zellstruktur aktiv rotes Licht und reflektiert das nahe Infrarot. Bei einer kranken Pflanze geschieht genau das Gegenteil.

Eine gesunde Pflanze absorbiert aktiv rotes Licht und reflektiert das nahe Infrarot.

NDVI berechnet sich aus dem Verhältnis zwischen dem reflektierten nahen Infrarot und dem reflektierten roten Licht:

NDVI=(NIR-Rot)/(NIR+Rot)

Je mehr nahes Infrarot und je weniger rotes Licht reflektiert wird, umso höher ist der NDVI und umso höher ist die Blattgrünintensität der Pflanze.
Optische Kameras der Sentinel-2-Satelliten messen das reflektierte Licht (NIR und das sichtbare Licht).

Was der NDVI uns in verschiedenen Phasen der Saison sagen kann

Es ist wichtig zu verstehen, dass der NDVI ein Indikator für die Gesundheit der Pflanze oder den Grad an Bodenabdeckung ist, aber nichts über die Ursache eines bestimmten Zustands aussagt. Hier werden drei Szenarien für den Einsatz von NDVI zur Feldanalyse aufgezeigt:

Am Beginn der Saison:
Der NDVI hilft zu erkennen wie Pflanzen den Winter überstanden haben (siehe Bild).

  • NDVI niedriger als 15: die meisten Pflanzen sind auf der Stelle abgestorben oder nicht vorhanden. Werte darunter entsprechen Boden ohne Vegetation.
  • 15-20 ist ein niedriger Wert. Die Pflanzen hatten im Herbst einen späten Aufgang und gingen früh in die Winterruhe über.
  • 20-30 ist ein relativ guter Wert. Vor der Winterruhe gingen die Pflanzen bereits in die Bestockung über.
  • 30-50 ist ein guter Wert. Es ist jedoch zu beachten, dass Pflanzen mit diesen Werten ein höheres BBCH-Entwicklungsstadium hatten, bevor diese in den Winter gingen. Man muss hier zwischen Spät- und Frühsaat differenzieren.

In der Mitte der Saison:
Mit fortschreitender Entwicklung der Pflanzen steigt der NDVI an. Wenn die Indexwerte mittel bis hoch sind (55-85), gibt es keine größeren Probleme. Die APP zeigt bei der Überfahrt die Unterschiede an.

Am Ende der Saison:
Der NDVI hilft bei der Bestimmung, welche Felder zur Ernte bereit sind. Je niedriger der Index ist, desto näher befindet sich der Teil des Feldes in der Reifephase.

Winterweizen-Bilder und dazugehörige NDVI, aufgenommen am 19. März:

Download der App im Playstore

Bedienung der AgraSat App für Android

Verifizieren der Zugangsdaten

Sind Sie bereits Portalnutzer? Dann brauchen Sie nichts mehr unternehmen. Sie können Ihre Zugangsdaten für AgraSat verwenden.
Nutzen Sie unser Portal noch nicht? Dann ist es notwendig Ihren Zugang im Portal zu verifizieren. Die Zugangsdaten finden Sie auf Ihrer Polizze.

Felder anzeigen

Alle versicherten Felder mit GIS-Daten können zur leichteren Orientierung in AgraSat angezeigt werden. Sie können sich in diesem Menü ein einzelnes Feld oder sämtliche Felder anzeigen lassen.

Satellitenbildaufnahme wählen

In diesem Menü können Sie die historischen Satellitenbildaufnahmen auswählen. Alle drei bis fünf Tage wird eine Aufnahme erstellt. Ist es länger stark bewölkt, so kann sich das Intervall verlängern, da hier keine Satellitendaten erfasst werden können. Bewölkte Gebiete werden in der Karte als transparente Fläche dargestellt. Im Beispiel sieht man so eine Fläche, die keine NDVI-Daten liefert.

NDVI-Arbeitshinweis wählen

In diesem Menü finden Sie zwei exemplarische vordefinierte Arbeitshinweise.

Beispiel Weizen früh (NDVI- = N+): Dieser Arbeitshinweis findet in der Frühjahrsdüngung Anwendung. Für niedrigere NDVI-Werte sind höhere Düngegaben vorgesehen.

Beispiel Weizen spät (NDVI- = N-): Dieser Arbeitshinweis findet in der Qualitätsdüngung Anwendung. Für besonders vitale Pflanzen (NDVI 81-100) wird die Düngegabe um 20 % erhöht. Niedrigere NDVI Werte haben eine Reduktion der Düngegaben zur Folge.

Ist kein passender Arbeitshinweis für Ihren gewünschten Anwendungszweck dabei? Im nächsten Punkt wird behandelt, wie Sie selbst neue Arbeitshinweise definieren können.

Neue Arbeitshinweise selbst definieren

AgraSat macht keine Vorgaben. Jeder Nutzer legt seine Strategie selbst fest und kann die Arbeitshinweise definieren. Fachwissen und Erfahrung sind daher für die sinnvolle Nutzung dieser Funktion hilfreich. Folgende Schritte sind durchzuführen:

  1. Arbeitshinweis wählen
  2. Mit Druck auf das Zahnradsymbol, gelangen Sie zu den NDVI-Einstellungen
  3. In Folge können Sie den Button „Neuer NDVI-Arbeitshinweis“ betätigen
  4. Vergeben Sie eine passende Bezeichnung, mit der Sie dann später den Arbeitshinweis auswählen können
  5. Speichern
  6. Sie können nun die einzelnen NDVI-Bereiche definieren
  7. NDVI-Bereich Minimum: Dies stellt die unterste Grenze dar
  8. NDVI-Bereich Maximum: Dies stellt die oberste Grenze dar
  9. Die Farbe, die um dem Anzeigetext ausgegeben wird
  10. Dieser Anzeigetext wird im definierten NDVI-Bereich angezeigt
  11. Überschneidet sich der editierte NDVI-Bereich mit einem bereits vorhandenen, gibt es die Möglichkeit zu überschreiben.

In dieser Form wird das für jeden einzelnen NDVI-Bereich durchgeführt. Dieser neue NDVI-Arbeitshinweis steht in weiterer Folge für die NDVI-Navigation zur Verfügung.

Start der NDVI-Navigation

Sobald eine Satellitenbildaufnahme und ein Arbeitshinweis ausgewählt wurden, kann die NDVI-Navigation gestartet werden. Es wird jetzt in Abhängigkeit von der GPS-Position der NDVI-Wert und der vordefinierte Arbeitshinweis angezeigt.

Viel Erfolg bei Ihrer Betriebsoptimierung!