AgraSat
In der modernen Landwirtschaft sind präzise und zuverlässige Daten unverzichtbar. AgraSat, eine innovative Lösung der Österreichischen Hagelversicherung – in Pionierarbeit gemeinsam mit der European Space Agency (ESA) entwickelt – bietet Landwirtinnen und Landwirten umfassende Unterstützung bei der Bewirtschaftung ihrer Felder. Als Einstiegslösung in die Präzisionslandwirtschaft ermöglicht AgraSat einen ständig aktualisierten Blick auf alle bewirtschafteten Felder und Kulturen. Alle zwei bis fünf Tage liefern die Satelliten neue Daten.
Seit Kurzem zeigt AgraSat nicht nur den Vegetationszustand Ihrer Kulturen, sondern auch die Blattfläche, die Bodenfeuchte an der Oberfläche und ein echtes Farbbild der Felder. Vier komplementäre Ansichten, die zusammen ein vollständigeres Bild liefern als ein einzelner Blick auf Ihre Felder.
AgraSat steht allen Kundinnen und Kunden der Österreichischen Hagelversicherung kostenlos zur Verfügung.
NDVI – Vegetationszustand
Wir haben die Daten so aufbereitet, dass der Wachstums- und Gesundheitszustand der Pflanzen (NDVI) angezeigt wird. Aber nicht nur der Zustand der letzten Aufnahme, sondern von jeder Aufnahme ein ganzes Jahr rückwirkend. So ist die zeitliche Pflanzenentwicklung gut erkennbar. In AgraSat sehen Sie zur leichteren Orientierung Ihre versicherten Felder umrandet und erkennen anhand der Einfärbung die Unterschiede des Pflanzenwuchses. Je grüner, desto stärker ist der Pflanzenwuchs (Blattgrün), je mehr die Farbe ins Braune übergeht, desto weniger Wuchs ist vorhanden. Die Einheit heißt „NDVI“ und geht von 0 bis 100. Hier sind einige Beispiele eines Feldes mit dem dazugehörigen Weizenbestand. Zusätzlich zu den Satellitenbildern können Sie den zeitlichen Verlauf des Wuchses in einer Grafik anzeigen lassen und verschiedene Punkte innerhalb des Feldes vergleichen. So ist es leichter möglich die Ursachen für besonders gute oder schlechte Pflanzenentwicklungen zu finden. Im Laufe des Sommers wird dann im Hintergrund die durchschnittliche Entwicklung aller Felder der gewählten Kultur des gesamten Bezirks eingeblendet. Man sieht somit, ob sich die eigene Kultur eher überdurchschnittlich entwickelt oder nicht.
LAI – Blattflächenindex
Der LAI gibt an, wie viel Blattfläche pro Bodenfläche vorhanden ist (m² Blatt pro m² Boden). Er beschreibt die Bestandsdichte bzw. das Blätterdach. Besonders bei dichten Beständen lassen sich mit dem LAI noch Unterschiede erkannt werden, die im NDVI nicht mehr sichtbar sind.
Je grüner, desto mehr Blattfläche pro Quadratmeter Bodenfläche. Die Blattfläche pro Bodenfläche wird zwischen <0,1m2 und 13 m2 angegeben.
SSM – Oberflächenbodenfeuchte
Der neue SSM-Layer (Surface Soil Moisture) zeigt Ihnen die Oberflächenbodenfeuchte im 1-km-Raster. Wie schnell trocknet der Boden nach Regen ab? Welche Zonen bleiben dauerhaft feucht – und welche leiden unter Trockenheit? Befahrbarkeit und Bearbeitbarkeit lassen sich so deutlich besser erkennen. Hinweis: Der SSM erfasst nur die obersten Zentimeter des Bodens. Die Feuchte im Wurzelraum kann davon abweichen.
Je nach Produkt wird SSM als Prozent (0–100 %) oder als Bodenfeuchtewert angegeben. Je höher der SSM ist, desto feuchter bzw. nasser ist die Oberfläche, was z. B. auf Niederschlag, Senken oder Staunässe hinweist. Je niedriger der SSM ist, desto trockener ist die Oberfläche, was z. B. auf Kuppen, sandige Zonen oder Trockenperioden hinweist.
RGB – Echtfarbenbild:
Mit der neuen Echtfarbenbild-Funktion in AgraSat sehen Sie Ihr Feld, so wie es wirklich aussieht – aus der Vogelperspektive. Besonders bei druschreifem Getreide, wenn der NDVI an seine Grenzen stößt, hilft das Echtfarbenbild dabei, Bestandsunterschiede auf einen Blick zu erkennen.
Mini-Checkliste für den Alltag
- NDVI ansehen → schwache Zonen markieren
- LAI dazunehmen → lückig vs. dicht unterscheiden
- SSM prüfen → trocken oder nass?
- Zielgerichtet rausfahren → Ursache verifizieren → Maßnahme ableiten