Welternährungstag: Boden schützen – Ernährung sichern
Nur 16 % Österreichs sind Ackerland – jeder Hektar zählt […]
Mehr erfahren Welternährungstag: Boden schützen – Ernährung sichernWir spüren die Klimakrise längst im Alltag: Unwetter werden häufiger und heftiger und verursachen massive Schäden – ganze Ernten fallen aus. Umso wichtiger ist es, unsere noch vorhandenen Agrarflächen konsequent vor Verbauung zu schützen. Sie sind nicht nur Kohlenstoff- und Wasserspeicher, sondern auch die Grundlage dafür, dass die Lebensmittelversorgung im eigenen Land auch künftig sichergestellt ist. Wenn fruchtbarer Boden weiter durch Beton und Asphalt zerstört wird, verlieren wir unwiederbringlich Produktionsflächen – und erhöhen unsere Abhängigkeit von Importen. Das ist nicht nur eine Umwelt- oder Wirtschaftsfrage, sondern eine Frage der nationalen Sicherheit. Warum? Versorgungssicherheit ist Sicherheitsvorsorge, wie uns die aktuelle geopolitische Lage lehrt. Gerade deshalb müssen wir uns auf das konzentrieren, was wir selbst in der Hand haben: die Ressourcen im eigenen Land zu sichern und die heimische Produktion zu stärken. Wir können nicht steuern, wie sich internationale Märkte entwickeln oder wie andere Staaten handeln – aber wir können dafür sorgen, dass wir im eigenen Land unser eigener bester Kunde sind und so die regionale Wertschöpfung gezielt absichern. Stichwort: Konsumpatriotismus! Was will ich damit sagen? Wer die lokale Produktion durch Verbauung unserer Agrarflächen schwächt, riskiert langfristig die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln. Daher sind Agrarflächen vor weiterer Verbauung zu schützen – für die Aufrechterhaltung der Ernährungssicherheit und damit für die Sicherheit Österreichs. Ein Land ohne Äcker ist jedenfalls zukunftslos!
– Österreichische Hagelversicherung

Die tägliche Verbauung von 11,3 Hektar (3-Jahresmittelwert) – das entspricht der Fläche von 16 Fußballfeldern – wertvoller Wiesen und Äcker für Straßen, Siedlungen, Shoppingcenter und Industriehallen hat dramatische Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgungssicherheit: Wir zerstören in Österreich jährlich durch Verbauung 4.200 Hektar Agrarfläche. Das entspricht einer Menge von 25,2 Millionen kg Brotgetreide pro Jahr (4.200 Hektar mal durchschnittlich 6.000 kg/Hektar). Für den Brotkonsum werden rund 85 kg Getreide/Kopf und Jahr benötigt. Das ist also der jährliche Bedarf von frischem Brot und Gebäck von knapp 300.000 Österreicherinnen und Österreichern. Anders ausgedrückt entspricht das den Einwohnerinnen und Einwohnern des Burgenlands.
Hinzu kommt, dass der jetzige Krieg in der Ukraine neben dem unfassbaren menschlichen Leid global zu einer Instabilität bei agrarischen Rohstoffen führt. In Österreich müssen wir zwar aktuell keinen Versorgungsengpass bei Lebensmitteln fürchten, wenngleich der Selbstversorgungsgrad bei Getreide aktuell nur mehr bei 88 Prozent liegt oder bei Obst nur mehr 45 Prozent beträgt. Gerade deswegen dürfen wir nicht alles auf eine Karte setzen und uns von Importen abhängig machen. Es ist daher oberstes Gebot, den Boden zu schützen und damit die Unabhängigkeit bei der Lebensmittelversorgung zu sichern. Denn ohne Böden kein Essen und ohne Essen kein Leben.

Mit immer weniger Boden …
Nur mit einem umfassenden Maßnahmenbündel kann man laut Experten den Flächenverbrauch in den Griff bekommen und das Wunderwerk Boden und damit die Zukunft unserer Kinder nachhaltig schützen:
Meinungen zum Bodenverbrauch
Stefan Taferner
Steiermark
Waltraud Meisl
Niederösterreich
Robert Hoschek
Vorarlberg
Christine Murauer
Oberösterreich
Anna Neureiter
Wien
Thomas Marth
Wien
Gerhard Schwarz
Wien
Waltraud Bürger
Niederösterreich
Günther Wurzer
Kärnten
Thomas Aigner
Niederösterreich
Dr. Michael Staudinger
Europa-Präsident der World Meteorological Organization (WMO)
Gertrude Zierhut
Niederösterreich
Willfred Singer
Niederösterreich
Elfriede Hirsch
Oberösterreich
Erwin Murer
Steiermark
Dagmar Pfannhofer
Salzburg
Martin Albrecht
Burgenland