Ihre Meinung zum Bodenverbrauch in Österreich

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Die tägliche Verbauung von 11,5 Hektar – das entspricht der Fläche von 16 Fußballfeldern – wertvoller Wiesen und Äcker für Straßen, Siedlungen, Shoppingcenter und Industriehallen hat dramatische Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgungssicherheit: So entspricht der jährliche Verlust an Agrarflächen knapp 4.200 Hektar Äcker und Wiesen. Das bedeutet umgerechnet beispielsweise einen Verlust von 25 Millionen kg Brotgetreide (4.200 Hektar mal durchschnittlich 6.000 kg/Hektar). Für den Brotkonsum werden rund 85 kg Getreide pro Kopf und Jahr benötigt. Somit verbauen wir in einem Jahr das Brotgetreide von fast 300.000 Österreicherinnen und Österreichern. Dabei hat Österreich beim Brotgetreide bereits jetzt nur mehr einen Selbstversorgungsgrad von 85 Prozent, während es bei Kartoffeln 80 Prozent, bei Gemüse 55 Prozent und bei Obst nur mehr 45 Prozent sind.

Dramatische Abnahme der Eigenversorgung durch Klimawandel und Bodenverbrauch

Laut einer AGES-Studie kann bei den meisten bedeutenden Feldfrüchten (Getreide, Mais, Kartoffeln) nach 2030 keine Eigenversorgung mehr gewährleistet werden, da die Hauptanbaugebiete bis zu 50 Prozent der Produktion einbüßen.

Fakten zum Bodenverbrauch

  • Täglich werden in Österreich 11,5 Hektar Äcker und Wiesen verbaut. Das entspricht der Größe von 16 Fußballfeldern.
  • Österreich verliert jährlich 0,5 % seiner Agrarfläche. In 200 Jahren gäbe es bei Fortschreiten dieser Entwicklung so gut wie keine Agrarflächen mehr in Österreich.
  • Österreich hat mit 1,67 m² die höchste Supermarktfläche pro Kopf: Italien 1,03 m², Frankreich 1,23 m².
  • Österreich hat mit 15 Meter pro Kopf eines der dichtesten Straßennetze: Deutschland 7,9 Meter, Schweiz 8,1 Meter pro Kopf.
  • In Österreich gibt es lt. Umweltbundesamt 130.000.000 m² (= 13.000 ha) Industriebrachen. Inklusive Gewerbeflächen und leerstehender Häuser schätzt man die verbaute ungenutzte Fläche auf 400.000.000 m² (= 40.000 ha).
  • In den letzten 50 Jahren wurden bereits 300.000 Hektar Felder und Wiesen verbaut – so viel wie die gesamte Ackerfläche Oberösterreichs.
  • 1950 standen in Österreich noch 2.400 m² Ackerfläche pro Kopf zur Verfügung – heute sind es nur noch 1.600 m².

Folder Boden

Lösungsansätze

Nur mit einem umfassenden Maßnahmenbündel kann man laut Experten den Flächenverbrauch in den Griff bekommen und das Wunderwerk Boden und damit die Zukunft unserer Kinder nachhaltig schützen:

  • Rasche Erarbeitung (und Umsetzung) der von der Österreichischen Bundesregierung avisierten Bodenschutzstrategie
  • Bewusstsein schaffen
  • Zielwerte für maximale Flächennutzung in die Raumplanungsgesetze der Bundesländer aufnehmen (nicht mehr als 2,5 Hektar pro Tag).
  • Gesetzlicher Schutz wertvoller Agrarflächen vor Verbauung
  • Photovoltaik-Anlagen nicht auf Agrarflächen (Photovoltaik JA, aber auf toter Infrastruktur wie Dächer)
  • Monetäre Anreizsysteme für die Revitalisierung leerstehender Immobilien
  • Österreichweite Leerstands-Datenbank und Flächenmanagement-Datenbank
  • Innenentwicklung vor Außenentwicklung und vermehrtes Bauen in die Höhe und in die Tiefe
  • Ausbau des öffentlichen Verkehrs, da dieser weniger Fläche in Anspruch nimmt
  • Kommunalsteuer auf Gemeindeebene steuert falsch: Kommunalsteuer gehört auf Bundesebene organisiert und im Wege des Finanzausgleichs nach Umweltkriterien an die Gemeinden verteilt.