Stopp dem Bodenverbrauch

Bodenschutz ist eine Sicherheitsfrage

Wir spüren die Klimakrise längst im Alltag: Unwetter werden häufiger und heftiger und verursachen massive Schäden – ganze Ernten fallen aus. Umso wichtiger ist es, unsere noch vorhandenen Agrarflächen konsequent vor Verbauung zu schützen. Sie sind nicht nur Kohlenstoff- und Wasserspeicher, sondern die Grundlage dafür, dass die Lebensmittelversorgung im eigenen Land auch künftig sichergestellt ist. Wenn fruchtbarer Boden weiter durch Beton und Asphalt zerstört wird, verlieren wir unwiederbringlich Produktionsflächen – und erhöhen unsere Abhängigkeit von Importen. Das ist nicht nur eine Umwelt- oder Wirtschaftsfrage, sondern eine Frage der nationalen Sicherheit. Warum? Versorgungssicherheit ist Sicherheitsvorsorge, wie uns die aktuelle geopolitische Lage lehrt. Gerade deshalb müssen wir uns auf das konzentrieren, was wir selbst in der Hand haben: die Ressourcen im eigenen Land zu sichern und die heimische Produktion zu stärken. Wir können nicht steuern, wie sich internationale Märkte entwickeln oder wie andere Staaten handeln – aber wir können dafür sorgen, dass wir im eigenen Land unser eigener bester Kunde sind und so die regionale Wertschöpfung gezielt absichern. Stichwort: Konsumpatriotismus! Was wollen wir damit sagen? Wer die lokale Produktion durch Verbauung unserer Agrarflächen schwächt, riskiert langfristig die Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln. Daher sind Agrarflächen vor weiterer Verbauung zu schützen – für die Aufrechterhaltung der Ernährungssicherheit und damit für die Sicherheit Österreichs. Ein Land ohne Äcker ist jedenfalls zukunftslos!

– Österreichische Hagelversicherung

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Wer Sicherheit will, darf Böden nicht zubetonieren!

Die tägliche Verbauung von 6,5 Hektar  – das entspricht der Fläche von 9 Fußballfeldern – wertvoller Wiesen und Äcker für Straßen, Siedlungen, Shoppingcenter und Industriehallen hat dramatische Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgungssicherheit. Dabei sind bereits jetzt nur  16 Prozent der Fläche Österreichs für die Lebensmittelproduktion geeignet. Österreich ist hier Schlusslicht in Mitteleuropa. So sind beispielsweise in Ungarn 44 % und in Deutschland sowie in Italien 32 % der Staatsfläche Ackerland.
Neue Straßen, Gewerbegebiete und Handelsmärkte verdrängen die Landwirtschaft, fruchtbare Böden gehen unwiederbringlich verloren. Dabei hat Österreich die höchste Supermarktdichte Europas: Mit 60 Lebensmittelgeschäften pro 100.000 Einwohnern – deutlich mehr als etwa in Deutschland mit rund 40 – steigt der Flächendruck weiter.
Hinzu kommt, dass globale Krisen, wie der Krieg in der Ukraine oder im nahen Osten, neben dem unfassbaren menschlichen Leid global zu einer Instabilität bei agrarischen Rohstoffen führt. In Österreich müssen wir zwar aktuell keinen Versorgungsengpass bei Lebensmitteln fürchten, wenngleich der Selbstversorgungsgrad bei Getreide aktuell nur bei 90 Prozent liegt, bei Gemüse bei 55 Prozent und bei Obst nur mehr 33 Prozent. Gerade deswegen dürfen wir nicht alles auf eine Karte setzen und uns von Importen abhängig machen. Es ist daher oberstes Gebot, den Boden zu schützen und die Unabhängigkeit bei der Lebensmittelversorgung zu sichern. Österreich muss neben einem Industriestandort auch ein Agrarstandort bleiben. Denn ohne Böden kein Essen und ohne Essen kein Leben.

 

Folgen

Mit immer weniger Boden …

  • gefährden wir die Versorgung Österreichs mit heimischen Lebensmitteln. Laut einer AGES-Studie (2018) kann bei den meisten bedeutenden Feldfrüchten (Getreide, Mais, Kartoffeln) nach 2030 keine Eigenversorgung mehr gewährleistet werden, da die Hauptanbaugebiete bis zu 50 % der Produktion einbüßen.
  • verlieren wir weiter die Schönheit der Natur Österreichs und der Tourismus leidet. 4 von 5 ÖsterreicherInnen kritisieren laut einer Umfrage des Market-Instituts die Verschandelung unserer ­Heimat durch Verbauung.
  • kommt es zu einem weiteren Verlust der Artenvielfalt.
  • riskieren wir die rund 500.000 nachhaltigen Arbeitsplätze entlang der agrarischen Wertschöpfungskette.
  • wird der Klimawandel beschleunigt: Der Boden fehlt als
    Wasser- und CO₂ Speicher.
  • kommt es zu mehr Naturkatastrophen: Über­schwemmungs- und Hochwasserschäden sowie Dürreperioden nehmen dramatisch zu.

 

Folder Boden

Fakten zum Bodenverbrauch

  • Täglich werden in Österreich 6,5 Hektar Äcker und Wiesen verbaut. Das entspricht der Größe von 9 Fußballfeldern.
  • 2,5 Hektar: Das ist das Ziel des täglichen Bodenverbrauchs, auf das sich die Österreichische Bundesregierung im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie bereits im Jahr 2002 verständigt hat. Faktum ist aber, dass wir in Österreich in den letzten 20 Jahren jeden Tag durchschnittlich 20 Hektar Äcker und Wiesen (entspricht 30 Fußballfeldern) zubetoniert haben.
  • Österreich hat mit 15 Meter pro Kopf eines der dichtesten Straßennetze: Deutschland 7,9 Meter, Schweiz 8,1 Meter pro Kopf.
  • Mit 60 Supermärkten pro 100.000 Einwohner führt Österreich das EU-Ranking an: Dänemark 49, Deutschland 40, Italien/Frankreich 28, Tschechien 26, Ungarn 23 (Quelle: OpenStreetMap Mai 2023).
  • In Österreich stehen lt. Umweltbundesamt 400.000.000 m² (= 40.000 Hektar) Industrie-, Gewerbe- und Wohnimmobilien leer (entspricht der Fläche der Stadt Wien).
  • In den letzten 25 Jahren verlor Österreich durch Verbauung 150.000 Hektar Äcker und Wiesen. Das entspricht der gesamten Agrarfläche des Burgenlands.

Lösungsansätze

Nur mit einem umfassenden Maßnahmenbündel kann man laut Experten den Flächenverbrauch in den Griff bekommen und das Wunderwerk Boden und damit die Zukunft unserer Kinder nachhaltig schützen:

  • Bewusstsein schaffen
  • Zielwerte für maximale Flächennutzung in die Raumplanungsgesetze der Bundesländer aufnehmen (nicht mehr als 2,5 Hektar pro Tag).
  • Gesetzlicher Schutz wertvoller Agrarflächen vor Verbauung
  • Photovoltaik-Anlagen nicht auf Agrarflächen (Photovoltaik JA, aber auf toter Infrastruktur wie Dächer)
  • Monetäre Anreizsysteme für die Revitalisierung leerstehender Immobilien
  • Österreichweite Leerstands-Datenbank und Flächenmanagement-Datenbank
  • Innenentwicklung vor Außenentwicklung: Baulandwidmungen sollen nur noch dann genehmigt werden, wenn die betreffende Gemeinde nachweisen kann, dass keine angemessenen Innenentwicklungspotentiale und Leerstände verfügbar sind.
  • Vermehrtes Bauen in die Höhe und in die Tiefe
  • Ausbau des öffentlichen Verkehrs, da dieser weniger Fläche in Anspruch nimmt
  • Kommunalsteuer auf Gemeindeebene steuert falsch: Kommunalsteuer gehört auf Bundesebene organisiert und im Wege des Finanzausgleichs nach Umweltkriterien an die Gemeinden verteilt.
  • Neues Wirtschaftsdenken: Berücksichtigung des Naturkapitals Boden in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
  • Mehr direkte Demokratie durch Volksbefragungen

Artikel

Prominente Unterstützer

  • Dr. Josef Aschbacher
    Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA
  • DI Richard Auer-Welsbach
    Obmann-Stellvertreter Land&Forst Betriebe Niederösterreich
  • em. Univ.-Prof. Dr. Alois Brandstetter
    Schriftsteller
  • Dr. Gertrude Brinek
    Vorsitzende des Universitätsrats Sigmund Freud PrivatUniversität Wien
  • Dr. Othmar Ederer
    Generaldirektor a.D. der GRAWE
  • Josef Etzenberger
    Ehrenvorsitzender Bundesorganisation der SPÖ Bauern
  • Dr. Franz Fischler
    EU-Kommissar a.D.
  • Arch. DI Daniel Fügenschuh
    Präsident der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen
  • Josef Geisler
    Landeshauptmann-Stellvertreter Tirol
  • Dr. Günter Geyer
    Präsident a.D. des Aufsichtsrats Vienna Insurance Group
  • Leonore Gewessler, BA
    Bundesministerin a.D.
  • DI Günter Griesmayr
    Vorstandsvorsitzender Agrarmarkt Austria
  • DI Matthias Grün
    Vorstandsvorsitzender der Esterhazy Betriebe AG
  • Mag. Erwin Hameseder
    Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes
  • Abg.z.NR Ing. Josef Hechenberger
    Präsident Landwirtschaftskammer Tirol
  • Univ.-Prof. Dr. Markus Hengstschläger
    Genetiker und Buchautor
  • Max Hiegelsberger
    Landtagspräsident Oberösterreich
  • Univ.-Prof. Dr. iur. Gottfried Holzer
    Universität für Bodenkultur
  • Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber
    Mediziner und Theologe
  • Mag. Philipp Ita
    Geschäftsführer Ärzteverlag
  • Stefan Kaineder
    Umweltlandesrat OÖ
  • DI Ernst Karpfinger
    Präsident Vereinigung der österreichischen Rübenbauernorganisationen
  • Arabella Kiesbauer
    Publizistin und Fernsehmoderatorin
  • Dr. Rudolf Könighofer
    Vorstandsvorsitzender RLB Burgenland
  • Mag. Dr. Christa Kummer
    Klimatologin, Hydrogeologin und Moderatorin
  • Walter Kupec
    Vorstandsdirektor Generali Versicherung AG
  • DDr. Michael Landau
    Präsident Caritas Europa
  • Dr. Franz Lackner OFM
    Erzbischof von Salzburg
  • Monika Langthaler-Rosenberg
    Brainbows Informationsmanagement GmbH und Direktorin „The Schwarzenegger Climate Initiative“
  • DI Ferdinand Lembacher
    Generalsekretär Landwirtschaftskammer Österreich
  • DI Felix Montecuccoli
    Ehrenpräsident Land&Forst Betriebe Österreich
  • Josef Moosbrugger
    Präsident Landwirtschaftskammer Österreich
  • Tobias Moretti
    Schauspieler
  • Univ.Prof. Dr.iur. Roland Norer
    Universität Luzern
  • DI Regina Norz
    Obfrau a.D. „TirolObst“
  • Dr. Stephan Pernkopf
    Präsident Ökosoziales Forum Österreich
  • DI Josef Pröll
    Generaldirektor Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG
  • Mag. Dr. Andreas Rabl
    Bürgermeister der Stadt Wels
  • Prof. Dkfm. Thomas Schäfer-Elmayer
    Etikette-Experte und Leiter Tanzschule Elmayer
  • Abg. z. NR Johannes Schmuckenschlager
    Präsident Landwirtschaftskammer Niederösterreich
  • Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Friedrich Schneider
    Johannes Kepler Universität Linz
  • Dr. Christoph Kardinal Schönborn
  • Prof. Elisabeth Stadler
    Aufsichtsratsvorsitzende Österreichische Post AG
  • Mag. Gerhard Starsich
    Generaldirektor Münze Österreich
  • DI Dr. Clemens Steiner
    CEO TIGER Coatings GmbH & Co. KG
  • Mag. Gerd Stöcklmair
    Vorstandsmitglied Schelhammer Capital Bank AG
  • Abg. z. NR DI Georg Strasser
    Präsident Österreichischer Bauernbund
  • Fritz Strobl
    Olympiasieger
  • Franz Titschenbacher
    Präsident a.D. Landwirtschaftskammer Steiermark
  • Mag. Norbert Totschnig, MSc
    Bundesminister Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft
  • Jugendbischof DI Mag. Stephan Turnovszky
    Weihbischof für die Erzdiözese Wien
  • Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Felix Unger
    Präsident Europäische Akademie der Wissenschaften und Künste
  • Norbert Walter, MAS, CSE
    Präsident Landwirtschaftskammer Wien
  • Dr. Kurt Weinberger
    Vorstandsvorsitzender Österreichische Hagelversicherung
  • Franz Welser-Möst
    Dirigent
  • DI Doris Wendler
    Vorstandsdirektorin WIENER STÄDTISCHE Versicherung AG Vienna Insurance Group