Wer Sicherheit will, darf Böden nicht zubetonieren!
Die tägliche Verbauung von 6,5 Hektar – das entspricht der Fläche von 9 Fußballfeldern – wertvoller Wiesen und Äcker für Straßen, Siedlungen, Shoppingcenter und Industriehallen hat dramatische Auswirkungen auf die Lebensmittelversorgungssicherheit. Dabei sind bereits jetzt nur 16 Prozent der Fläche Österreichs für die Lebensmittelproduktion geeignet. Österreich ist hier Schlusslicht in Mitteleuropa. So sind beispielsweise in Ungarn 44 % und in Deutschland sowie in Italien 32 % der Staatsfläche Ackerland.
Neue Straßen, Gewerbegebiete und Handelsmärkte verdrängen die Landwirtschaft, fruchtbare Böden gehen unwiederbringlich verloren. Dabei hat Österreich die höchste Supermarktdichte Europas: Mit 60 Lebensmittelgeschäften pro 100.000 Einwohnern – deutlich mehr als etwa in Deutschland mit rund 40 – steigt der Flächendruck weiter.
Hinzu kommt, dass globale Krisen, wie der Krieg in der Ukraine oder im nahen Osten, neben dem unfassbaren menschlichen Leid global zu einer Instabilität bei agrarischen Rohstoffen führt. In Österreich müssen wir zwar aktuell keinen Versorgungsengpass bei Lebensmitteln fürchten, wenngleich der Selbstversorgungsgrad bei Getreide aktuell nur bei 90 Prozent liegt, bei Gemüse bei 55 Prozent und bei Obst nur mehr 33 Prozent. Gerade deswegen dürfen wir nicht alles auf eine Karte setzen und uns von Importen abhängig machen. Es ist daher oberstes Gebot, den Boden zu schützen und die Unabhängigkeit bei der Lebensmittelversorgung zu sichern. Österreich muss neben einem Industriestandort auch ein Agrarstandort bleiben. Denn ohne Böden kein Essen und ohne Essen kein Leben.

Folgen
Mit immer weniger Boden …
- gefährden wir die Versorgung Österreichs mit heimischen Lebensmitteln. Laut einer AGES-Studie (2018) kann bei den meisten bedeutenden Feldfrüchten (Getreide, Mais, Kartoffeln) nach 2030 keine Eigenversorgung mehr gewährleistet werden, da die Hauptanbaugebiete bis zu 50 % der Produktion einbüßen.
- verlieren wir weiter die Schönheit der Natur Österreichs und der Tourismus leidet. 4 von 5 ÖsterreicherInnen kritisieren laut einer Umfrage des Market-Instituts die Verschandelung unserer Heimat durch Verbauung.
- kommt es zu einem weiteren Verlust der Artenvielfalt.
- riskieren wir die rund 500.000 nachhaltigen Arbeitsplätze entlang der agrarischen Wertschöpfungskette.
- wird der Klimawandel beschleunigt: Der Boden fehlt als
Wasser- und CO₂ Speicher.
- kommt es zu mehr Naturkatastrophen: Überschwemmungs- und Hochwasserschäden sowie Dürreperioden nehmen dramatisch zu.
Folder Boden
Meinungen zum Bodenverbrauch
Christoph Schönborn
Kardinal
Dr. Kurt Weinberger
Generaldirektor der Österreichischen Hagelversicherung
Tobias Moretti
Schauspieler